Diakoniestation Göttingen ... Pflege sind wir!

Das Leitbild der Diakoniestation Göttingen

"Diakonie" bedeutet "Dienst am Nächsten" in der evangelischen Kirche. Im engeren Sinne bedeutet "Diakonie" der berufsmäßige Dienst an Armen, Schwachen, Ausgegrenzten, Hilfsbedürftigen, Hilfesuchenden, Behinderten, Kranken und Benachteiligten in sozialen Beratungsstellen und Einrichtungen, Krankenhäusern, ambulanten Sozialstationen und Gemeindediensten.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Erhalt und in der Förderung einer möglichst selbständigen, unabhängigen und eigenverantwortlichen Lebensführung im persönlichen und sozialen Umfeld der uns anvertrauten Menschen.

Würde
 und Wert eines Menschen sehen wir als unantastbar an, ungeachtet seiner Herkunft und Sozialisation, seiner Hautfarbe, seines Geschlechts, seines Alters, seiner gesundheitlichen Situation und Konstitution (körperlich, geistig, seelisch), seiner Bildung und Leistung und seiner Konfession.

In seinen körperlichen, seelischen, geistigen, sozialen und religiösen Bezügen ist der Mensch ganzheitlich geschaffen. Wir sehen stets den ganzen Menschen, also auch seine Krankheiten, Behinderungen, Gefährdungen, Krisen und den Tod.

Jeder Mensch erfährt seine eigene und einzigartige Lebensgeschichte, mit eigenen Sehnsüchten, Erwartungen, Bedürfnissen, Lebensgewohnheiten, Weltanschauungen, Fragen und Ängsten. Jeder Mensch gilt uns deshalb als einmalig und unverwechselbar.
Ausgehend von unserer christlichen Überzeugung verstehen wir jeden Menschen als ein von Gott gewolltesgeliebtes und angenommenes Geschöpf. In diesem Sinne liebt Gott jeden Menschen, unabhängig davon, was er ist und was er kann.


Unser Pflegeverständnis ist gleichzeitig auch unser Berufsverständnis und zeigt unsere Verantwortung gegenüber pflegebedürftigen Menschen bezüglich:
• Der Lebens- und Gesundheitsförderung (Prävention, Beratung, Unterstützung, Anleitung)
• Der Krankheits- und Krisenbewältigung
• Der Steigerung, Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Lebensqualität

Die Begleitung Sterbender und deren Angehörigen ist uns dabei ein wichtiges Anliegen. Wir setzen uns ein für ein würdevolles Sterben im persönlichen und häuslichen Umfeld.

Wir werden die uns anvertrauten Menschen im Rahmen ihrer und unserer individuellen Möglichkeiten und unter Berücksichtigung ihrer und unserer religiösen Gebundenheiten
• 
aktivierend = Förderung der Eigenständigkeit, Entscheidungsfähigkeit
  und Selbstversorgungsfähigkeit (Selbstpflege)
• und ganzheitlich nach den 
Regeln des Pflegeprozesses pflegen
• und ihr 
näheres soziales Umfeld (z.B. Angehörige, private Betreuungs-
  und Pflegepersonen etc.) miteinbeziehen.

Die Umsetzung des Pflegeprozesses und der Pflegedokumentation sind dabei Ausdruck einer geplanten, zielorientierten und transparenten Pflege. Es ist uns wichtig, in diesem Prozeß eine 
konstruktive Pflegebeziehung wachsen zu lassen und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.
Wir ermutigen den pflegebedürftigen Menschen zur Teilnahme an gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten und stellen auf Wunsch den Kontakt zu unseren Kirchengemeinden her.

Unsere Pflegeleistungen sind konzeptionell (siehe Pflegekonzept) und individuell abgestimmte Dienstleistungen am Menschen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Förderung seiner Lebensqualität unter Einbeziehung christlicher Werte.

Professionelle Pflege stellt an uns hohe fachliche, menschliche und soziale Ansprüche. Ihnen zu entsprechen, erfordert ein qualifiziertes, motiviertes, zufriedenes und an die Ganzheitlichkeit des Menschen orientiertes Pflegeteam. Deshalb prüfen wir unser pflegerisches Handeln immer wieder neu, um unsere fachlichen, menschlichen und sozialen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Für die Zukunftsfähigkeit und Weiterentwicklung unserer Diakoniestation ist es in diesem Sinne sehr wichtig, die Mitarbeiter durch regelmäßige und aktive Teilnahme an internen und externen Fort- und Weiterbildungen so zu fördern, damit diese den aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfordernissen gerecht werden und in die alltägliche Arbeit mit einbeziehen.

Damit die von uns betreuten Menschen in der ambulanten Pflege eine optimale Versorgung erfahren, arbeiten wir darüber hinaus mit allen an der Pflege und Betreuung beteiligten Personen und Einrichtungen eng und kooperativ zusammen (z.B. behandelnder Arzt, Krankenhaus, Hospiz, Palliativstation, Sanitätshäuser etc. ).

Unsere Arbeit ist erfolgreich, wenn wir gemeinsam handeln und uns dabei gegenseitig achten und unterstützen und immer wieder den Neuanfang wagen.


Göttingen, im Februar 2007